Immer auf Knopfdruck die Lieblingsmusik verfügbar haben, egal ob zuhause im Badezimmer oder unterwegs im Bus. Und dann auch noch den musikalischen Horizont genussvoll erweitern können. Das genieße ich an Spotify, vor allem aber zwei „Killer-Features“.

Wie man früher an neue Musik kam

Wie habe ich sie immer beneidet: Die Mixtape-Ersteller, Musik-Bescheidwisser und Platten-Perlentaucher. Immer hatten sie faszinierend gut gelungene Musik am Start. Die wurde dann in ausgefeilten Playlists zusammengestellt. So wurde jeder Ausflug allein schon wegen der Musik zu einem ganz besonderen Erlebnis.

Ich konnte das nicht. Ich hatte schlicht und einfach weder Zeit noch Muße, um mich damals im Plattengeschäft durch eine Neuerscheinung nach der anderen zu hören.

Stattdessen war ich lange auf die dahingeworfenen Bröckchen neuer Musik angewiesen, die mir Radiosender angeboten haben. Zum Glück gibt es immerhin Sender wie FM4, Puls oder M94,5, die nicht ganz so Mainstream-orientiert sind wie die meisten anderen. Doch selbst diese musikalisch sehr lobenswerten Radiosender machen den Genuss zuweilen durch ihre Wortbeiträge zwischendurch recht zäh.

Die zweite Möglichkeit, nicht allzu „glatte“, neue Musik nach meinem Geschmack zu finden: Die Konzertankündigungen von Clubs wie Milla und Strom in München zu Rate ziehen. Mit diesen Daten kann ich mich dann bei YouTube durch die einzelnen Bands hören, um zu entscheiden bei wem sich der Konzertbesuch lohnt.

Sehr angenehm, wenn einem von Menschen mit professionell geschultem Musikgeschmack auf diese Art eine Vorauswahl angeboten wird.

Streamingdienste wie Spotify: Musikflatrate mit Mehrwert

Lange habe ich einen großen Bogen um Musik-Streamingdienste gemacht. Soll ich etwa jeden Monat einen festen Betrag zahlen, obwohl es im Radio ständig verfügbare Musik in verschiedensten Stilrichtungen gibt (mit den weltweit verfügbaren Internet-Radios in nahezu unendlicher Menge)?

Ok, Werbung und Gequatsche zwischendurch stören regelmäßig bzw. zwingen zum Umschalten – doch eine Musikflatrate kaufen? Ich weiß ja nicht…

Ein Sonderangebot brachte mich jedoch ins Grübeln: Über eine Art Restposten-Abverkauf (Die Seite „ibood“ sieht sich selbst natürlich eher als „Schnäppchen“- bzw. „Deal“-„Seite) waren WLAN-Lautsprecher von Philips im Angebot. Ich hatte schon länger nach einer Möglichkeit gesucht, meine verschiedenen Räume in der Wohnung mit Musik aus der gleichen Soundquelle zu beschallen. Und zwar ohne Kabel verlegen zu müssen.

Früher hatte ich dafür analoge Funklösungen, die konnten mich aber aufgrund des immer wieder vorhandenen Rauschens und wegen weiterer Komfortmängel nicht dauerhaft überzeugen. Also war es Zeit, etwas Neues auszuprobieren.

Der Haken: Diese Lautsprecher von Philips (Modell SW750M) können tatsächlich nichts anderes, als Spotify abspielen. Kein Streaming von eigener Musik vom Smartphone, kein Streaming von der Stereoanlage, kein anderes Internet Radio – nichts! Nur Spotify!

Ich habe mich gefragt ob ich dieses Risiko tatsächlich eingehen will: Mehrere dieser Lautsprecher kaufen und mich damit komplett an Spotify zu binden, mit Kosten von knapp 10 Euro pro Monat.

Ausprobieren kann ich es ja mal, dachte ich mir, zum einen gibt es ja ein Widerrufsrecht für die Lautsprecher von zwei Wochen, zum anderen lässt sich auch Spotify Premium einen Monat kostenlos nutzen (für den Betrieb der Lautsprecher ist die Premium-Variante unverzichtbar).

Gesagt, getan: Die Lautsprecher kamen wenige Tage später per Post zu mir nach Hause und waren mit Hilfe einer eigenen Smartphone-App von Philips relativ bequem im WLAN einzurichten.

Playlisten machen die Musikauswahl leicht und vielfältig

Ziemlich schnell habe ich festgestellt, dass nicht nur sehr viel von meiner Lieblingsmusik, die ich schon auf CD oder als MP3 besitze, bei Spotify anhörbar ist.

Da gibt es zudem von Spotify angebotene Playlists, die zum Beispiel in ihrer Grundstimmung an die Tageszeit angepasst (siehe Screenshot im Titelbild) oder zum Beispiel für verschiedene Tätigkeiten zusammengestellt sind: Treibende Beats zum Joggen, beruhigende Klänge zur Entspannung oder instrumentale Begleitung für hoch konzentriertes Arbeiten.

Rückkehr des Mixtapes

Doch damit nicht genug: Vor allem die von anderen Spotify-Nutzern zusammengestellten Playlists haben es mir angetan. Die lassen sich einfach über die Suchfunktion finden oder auch eher ziellos durchstöbern. Schnell finden sich Listen, die dem eigenen Geschmack doch sehr nahe kommen und die zusätzlich noch Anregungen und richtige Perlen beinhalten.

Diese Listen  lassen sich dann per Klick im eigenen Account abspeichern. Da sind sie quasi wieder, die Mixtape-Zusammensteller von früher! Nur dass die „Tapes“ diesmal viele Stunden lang sind und die Musikfreunde, deren Geschmack ich so zu schätzen lerne, nicht mehr aus dem direkten privaten Umfeld stammen.

Speziell auf deinen Geschmack abgestimmt

Ein „Killer-Feature“ – also eine Produkteigenschaft, die so nützlich oder begeisterungsauslösend ist, dass sie alles andere überstrahlt – ist für mich die wöchentliche Playlist “Dein Mix der Woche“. Hier stellt Spotify wöchentlich andere Songs zusammen, die mir gefallen könnten. Das ganze basiert darauf, welches Songs ich bis dahin schon gehört habe.

Darauf war ich sehr gespannt und wurde angenehm überrascht: Ich kann diese Listen jede Woche stundenlang durchhören, ohne dass sie mir fad würden!

Nur einen Fehler habe ich anfangs gemacht: Ich unterließ es, die Songs aus dieser Playlist zu sichern. Sprich: Mit der automatischen Aktualisierung der Liste am Montag Morgen war die bisherige Liste unwiederbringlich weg.

Inzwischen kopiere ich mir die Listen jeweils in eine eigene Riesen-Liste, die Woche für Woche immer länger wird. Dabei rutscht nur gelegentlich ein Song hinein, den ich dann doch nicht unbedingt öfter hören möchte. Der wird dann einfach von Hand gelöscht und gut ist.

Der entscheidende Bequemlings-Mehrwert: Spotify Connect

Und dann gab es noch ein Erlebnis, durch das ich sofort restlos von der Kombination Spotify + dafür angepasste WLAN-Lautsprecher überzeugt wurde. Es ist auch der Grund, weswegen ich diesen Musikstreaming-Dienst nicht mehr missen möchte. „Killer-Feature“ Nummer zwei: „Spotify Connect“!

Die Lautsprecher stehen bei auf mehrere Zimmer verteilt, unter anderem auch in Küche und Bad. In der Regel soll nur einer von ihnen Musik abspielen, nämlich in dem Raum in dem ich mich gerade aufhalte. Für eine Party lassen sich auch alle Lautsprecher zu einem virtuellen Netz koppeln. Dann läuft in der ganzen Wohnung die gleiche Musik (perfekt synchron!), aber im Alltag wäre das ein bisschen zu viel des Guten.

Wenn ich nun den Raum wechsle, genügt ein einziger Knopfdruck und schon läuft der aktuelle Song aus dem anderen Zimmer nun im Lautsprecher in diesem Zimmer weiter, ohne Verzögerung!

Morgens im Bad fängt der Tag auch schon musikalisch perfekt an: Ich drücke lediglich den Play-Knopf und schon spielt die Playlist da weiter, wo ich sie am Tag vorher im Wohnzimmer gestoppt hatte.

Wenn ich mich dann zum Morgen-Kaffee in die Küche begebe, das Gleiche: Ein Knopfdruck auf den Lautsprecher und schon spielt die Musik in der Küche weiter. Unglaublich bequem und angenehm! Auf Wunsch auch ohne Aufzustehen vom Rechner oder Smartphone aus steuerbar.

Egal wo ich in der Wohnung bin und egal zu welcher Tageszeit: Es gibt gute Laune auf Knopfdruck!

Musik, ganz nach meinem Geschmack, aber doch immer wieder neue Titel und Interpreten! Ein Musikprogramm, das so sehr an meine Bedürfnisse und Wünsche angepasst ist, liefert mir kein Radiosender.

Musik pur

Ganz zu schweigen von der Werbefreiheit (beim Premium-Account – es gibt auch eine kostenfreie Spotify-Variante, die ist dann aber mit Werbung und hat auch Einschränkungen, was die Playlist-Nutzung angeht, soviel ich weiß) und ohne Moderatoren-Unterbrechung.

Das bedeutet für meine Mediennutzung: Musik gibt’s inzwischen so gut wie ausschließlich per Spotify.

Musikgenuss immer mit dabei

Ich habe also den Lautsprecherkauf nie bereut. Und sogar wenn ich mal bei Freunden zu Besuch bin, kann ich meine Lieblingsplaylists bei ihnen abspielen. Entweder logge ich mich über ihren Rechner in meinen Spotify-Account ein oder streame per Smartphone auf deren Stereoanlage oder Bluetooth-Lautsprecher.

Auch unterwegs mit Bus und Bahn ist die Playlist immer abspielbereit. Selbst für den Fall, dass kein Internet verfügbar ist gibt es eine Lösung: Die einzelnen Songs einer Playlist können beim Premium-Account von Spotify auch auf das Smartphone herunter geladen und offline abgespielt werden.

Fazit

Alles in allem hat Spotify meine Musiknutzung enorm verändert – zum Angenehmeren und Bequemeren und das gleichzeitig auf Horizont-erweiternde Art . Ich höre viel mehr Songs, von viel mehr Künstlern als bisher. Deshalb möchte ich den Streamingdienst nicht mehr missen. Ich wünsche mir nur, dass von dem monatlichen Abopreis auch genügend bei den vielen Künstlern ankommt, deren Musik ich auf diesem Weg genieße.

Wie hältst du es mit dem Musikgenuss im Alltag? Ist dir ein moderiertes Radioprogramm lieber? Oder suchst du Musik vielleicht so gezielt aus, dass nur deine eigene CD/MP3-Sammlung infrage kommt?

  1. Spotify ist auf jeden Fall komfortabel und hat eine beachtliche Auswahl, ich nutze den Dienst schon seit einiger Zeit mit einem Premium-Account. Was man aber keinesfalls unterschlagen sollte, ist, dass Spotify, was die die Desktop-Variante betrifft, ein ziemlich verbuggtes Programm ist. An dieser Fehleranfälligkeit hat sich in den letzten Jahren trotz kontinuierlicher optischer Anpassungen leider wenig geändert. Dass nervige Bugs (z.B. beim Scrollen von Playlisten oder Hinzufügen von Songs in die Warteschlange) zum Teil mehrere Updates überdauern, lässt auf Nachlässigkeit beim Programmieren, aber auch auf eine ausbaufähige Kundennähe schließen. Ein bisschen ärgerlich ist das für meine Begriffe bei einem Bezahldienst schon, wo das Angebot ansonsten doch stimmig ist. Aber wenn man sich schon mit seinen Playlisten etc. bequem eingerichtet hat, fällt ein „Umzug“ zu anderen Streaming-Plattformen natürlich umso schwerer – das scheint man bei Spotify auch zu wissen.

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