(„Anzeige“, Details im Text) A never ending Story? Ein neuer Versuch auf dem beschwerlichen Weg zur perfekten Matratze. Warum die Snooze für mich nah dran an der idealen Matratze ist (und warum nicht ganz), das liest du hier:

Meine ersten Erfahrungen mit dem Matratze kaufen online habe ich bereits ausführlich geschildert. Damals habe ich die „Internet-Matratze“ wieder zurück geschickt, weil sie nicht wie erwünscht mit meinem Rücken harmonierte. Stattdessen kam zunächst ein IKEA-Modell dran. Das Möbelhaus hat sein lebenslanges IKEA-Rückgaberecht zwar wieder abgeschafft, fürs Testen einer Matratze bleibt jedoch auch nach den neuen Regeln genügend Zeit.

Ein Matratzen-Fehlgriff

Ich holte mir die „MYRBACKA“ ins Haus. Mal wieder aus der Kategorie viskoelastisch. Sie passt sich also durch die Wärme des auf ihr liegenden Körpers an den selbigen an. Und was ist mit der Stützfunktion? Bei meinem Körpergewicht ein Reinfall. Nach mehreren Wochen hatte ich nicht nur das Gefühl, mich in eine Kuhle zu legen. Mein unterer Rücken machte ebenfalls unmissverständlich durch Schmerzen deutlich, dass das so nicht weiter gehen kann.

Das ging sogar soweit, dass ich nur noch auf dem altmodisch gefederten Sofa meiner Uroma schlief, dass im Wohnzimmer steht. Welch‘ Erholung! Doch leider ja auch nicht optimal. Am Besten sollte es sich doch im Bett schlafen. Nur: wie sollte die Matratzen-Odyssee weiter gehen? Ich hatte so langsam die Zuversicht verloren, jemals eine perfekt für mich passende Matratze zu finden.

Hilfe aus der Marketing-Welt: die Matratze von Snooze-Project

Genau in dieser Situation erreichte mich eine Mail eines weiteren Matratzen-Startups. Man habe meinen Blog-Artikel über Online-Matratzen gelesen. Falls ich noch immer nach einer geeigneten Matratze suchen würde, könne ich ihr Produkt kostenlos testen.

Der angebotene Deal (den ich aus Gründen der Transparenz hier schildere): Falls ich sie gut finde, könne ich die Matratze zum halben Preis behalten. Im Gegenzug für das Angebot werde ein Blog-Artikel über meine Erfahrungen mit dem Prdodukt gewünscht.

Das kam im perfekten Moment. Doch bleibt meine journalistische Unabhängigkeit dabei gewahrt? Inhaltliche Vorgaben für den Erfahrungs-Artikel gab es keine und da prinzipiell kein Honorar floss, war ich auch keinen möglicherweise geschönten Artikel schuldig.

Im Gegenteil: Wenn mir die Matratze nicht gefällt, würde mir auch der angebotene Vorteil nichts nützen, denn wer will schon eine Matratze, die ihm nicht taugt, zum halben Preis kaufen?

Wir hatten also einen Deal, mit ungewissem Ausgang. Dass es so oder so einen Test-Artikel geben wird, auch wenn ich die Matratze als ungeeignet empfinden sollte, war für mich klar.

Die Matratze will erst mal Luft schnappen

Eingerollt verpackte Matratze mit Verpackungsaufschrift Snooze Matratze lehnt neben Wohnungstüre

Schon wenige Tage später wird die Snooze-Matratze angeliefert, gerollt und in Folie gepresst. Vorsichtig öffne ich die eng anliegende Folie mit der Schere. Schnell zeigt sich, dass die Matratze von einer weiteren Folien umgeben ist, also einmal direkt eingerollt und einmal als Umverpackung. Sobald die Matratze etwas mehr Freiheit bekommt, breitet sie sich in dem entstandenen Raum aus. Das macht das Öffnen der dicken Kunststofffolie etwas mühselig. Vor allem, da ich nicht aus Versehen in die Matratze schneiden will.

Was ich mir für solch eine Matratzen-Verpackung wünschen würde: Eine Hilfe fürs Auspacken. Sei es eine Art integrierte Reißleine, wie es sie zum Beispiel bei vielen Grillkohle-Säcken gibt. Oder eine Perforation, an der sich die Folie leichter auftrennen lässt.

Als das gute Stück letztlich befreit ist stutze ich. Welche Seite gehört nach oben? Reißverschluss oben oder unten? Um die Antwort zu finden, öffne ich den Bezug mit dem Reißverschluss ein wenig und sehe als erstes die dünnere, festere Schicht der zweiteiligen Matratze.

Dass muss wohl die „7cm Komfortschicht aus hochelastischem Kaltschaum mit einem Raumgewicht von 50kg/m³“ sein, wie sie auf der Snooze-Project-Webseite beworben wird. Die muss zwangsläufig nach oben. (Bei der Gelegenheit: über das Raumgewicht des unteren Teils der Matratzen-Seite wird dort kein Wort verloren – oder habe ich das übersehen?)

Eine neue Matratze darf auch mal „riechen“

Solange es kein penetranter Chemiegeruch ist, empfinde ich es als völlig normal, dass eine neue Matratze erst einmal ihren Materialgeruch mitbringt. Auch die Snooze macht hier keine Ausnahme, sie riecht einfach nach „neuer Matratze“, so wie andere auch. Übers Wochenende darf sie in Ruhe auslüften, denn ich bin erst einmal unterwegs.

Snooze Project Matratze mit in Bettbezug eingearbeitetem Logo

Matratzenbezug mit Branding

Nach meiner Rückkehr wird die Snooze-Matratze für die erste Nacht bezogen. Auffällig, weil ungewohnt: Das großflächig auf dem Matratzenbezug zu sehende Hersteller-Logo zeichnet sich auch durchs Leintuch ein wenig ab. Muss ich jetzt auf einer Dauerwerbefläche schlafen? (Spoiler: Glücklicherweise nehme ich das schon nach wenigen Tagen nicht mehr wahr.)

Ein erstes Testliegen erzeugt einen sehr sympathischen ersten Eindruck. Ich sinke nicht weit ein, fühle mich bestens gestützt und liege gleichzeitig sehr bequem. Das könnte also etwas mit uns werden…

Die erste Nacht – mit Überraschung

Die erste Nacht auf der neuen Matratze ist nach sechs Stunden vorbei – unfreiwillig: Mit kräftigen Schmerzen im mittleren Rücken wache ich auf. Ich versuche es mit diversem hin- und her-Wälzen, auf die Seite, auf den Rücken, doch es wird nicht besser. Also ab aufs Sofa im Wohnzimmer, um noch eineinhalb Stunden „zu Ende“ zu schlafen.

Kein guter Start, doch in der kommenden Nacht bekommt die Matratze eine zweite Chance. Schließlich spielt bei einer neuen Matratze für das Empfinden auch die Umgewöhnung eine Rolle. Außerdem nutze ich ein anderes, höheres Kissen, das alte ist aufgrund des geringeren Einsinkens in die Matratze nicht mehr geeignet.

Diesmal schlafe ich durch. Das ist besonders bemerkenswert, weil ich einen Bereitschaftsdienst habe. Da schlafe ich für gewöhnlich eher unruhig, weil das Telefon schon morgens um vier klingen könnte.

Ich stelle fest: Verspannungen im mittleren Rückenbereich, aber keine Schmerzen. Also: schon besser.

Im Dauergebrauch

Zwei Monate später: die Rückenprobleme sind passé. Dazu mag auch der verstärkte Besuch des Crosstrainers beigetragen haben, der ebenfalls im Schlafzimmer steht.

Nach wie vor bette ich mich sehr gerne auf der Matratze, liege angenehm gestützt und schlafe schnell ein.

Allerdings hat sich in der Früh beim Aufwachen ein leichtes Problem im Schulterbereich eingestellt. In der Früh fühlt es sich unangenehm an, als hätten die Schultergelenke zuviel Druck abbekommen. Das Ausmaß dieses Problems ist jedoch ein Klacks gegen die früheren Rückenschmerzen.

Offensichtlich stellt sich die prinzipiell sehr angenehme Matratzen-Härte als im Schulterbereich nicht ideal für mich heraus. Da macht sich meine häufige Seitenlage im Schlaf bemerkbar.

Aufgrund eines starren Lattenrosts konnte ich das bisher auch nicht ausgleichen. Gelegentliche Nächte zwischendurch auf dem Sofa sorgen für die nötige Entlastung.

Die Entscheidung

Das Ende des 100-Tage-Testzeitraums rückt immer näher. Ich bin hin- und hergerissen: Einerseits ist die Matratze von Snooze Project die angenehmste und bequemste Matratze, auf der ich seit langer Zeit gelegen habe (und ich habe zuletzt einige durchprobiert). Andererseits ist sie aufgrund der Schulterproblematik einfach noch nicht die perfekte Matratze für mich.

Auf meiner langen Liste steht allerdings nur noch eine Online-Matratze aus dem Internet, die nach der Recherche bisheriger Kundenmeinungen in Frage kommt: die Bodyguard von Bett1.de.

Wenn ich die Snooze-Matratze zurückschicke und die Bodyguard nicht an sie rankommt, wäre das im nachhinein ein Fehler.

Andererseits: eine sehr gute, aber nicht individuell perfekte Matratze zum halben Preis behalten…, aber dafür die Chance auf himmlischen Schlaf womöglich verpassen?

Fazit und Überraschung Nummer Zwei

Bequemlings-Wertung Snooze Project Matratze
8.2 von 10
Relativer Zeitgewinn6
Bequemlichkeit und Genuss9
Preis-Leistungs-Verhältnis9.5

Letztendlich entschließe ich mich schweren Herzens dazu, die Matratze wieder abholen zu lassen, und ziehe folgendes Fazit:

Angesichts des prinzipiell sehr angenehmen Liegegefühls glaube ich, dass die Snooze für viele Kunden ein passendes Produkt sein kann. Vor allem, wenn sie andere Matratzen oft als zu weich empfinden. Nur für mich hat’s leider nicht ganz gepasst.

Immerhin hat mich der Test dem Ziel einer für mich perfekten Matratze deutlich näher gebracht hat. Ich habe mehr über meine individuellen Anforderungen erfahren und kann so noch gezielter auswählen und testen, wenn es an weitere Matratzen geht. Vielleicht kann ich die Liste potentieller Kandidaten ja noch sinnvoll verlängern.

Fehlt also nur noch der Test der Rücksendeabwicklung für diesen Artikel.

Gibt es aber nicht.

Nachdem ich meinen Rücksendewunsch angekündigt habe, bietet mir mein Marketing-Kontakt an, die Matratze einfach zu behalten, als Dankeschön für meine Test-Bemühungen.

Hm, vielleicht sollte ich es doch noch mit der Kombination Matratze plus verstellbarer Lattenrost probieren, um die Schulterzone noch zu optimieren?

Und die redaktionelle Unabhängigkeit? Nun ja, der Artikel ist ja bis auf diesen Schluss schon geschrieben. Also gibt’s auch hier keine Beeinflussung meiner Meinung. Und transparent darstellen kann ich das ja auch (wie du gerade liest).

Die Snooze-Matratze darf also noch ein bisschen bleiben. Vielleicht wird sie ja mit ein wenig Nachhilfe noch zur perfekten Matratze für mich.

Was hast du auf dem Weg zur für dich idealen Matratze erlebt?

  1. Paul Friedhelm Günther says:

    Moin,

    hast du denn jetzt auch mal die BodyGuard von Bett1 getestet? Ich bin derzeit auch auf der Suche und habe die beiden Anbieter Snooze Project und Bett1 im Blick. Bin mir bei 174cm Größe und 64kg aber nicht sicher ob ich eine Weiche nehmen sollte und dann mit der Snooze Projekt zufrieden sein werde.

    Besten Gruß,
    Paul

    • Hallo Paul,

      bei mir liegt immer noch die Snooze-Matratze im Bett. Kennst du das, wenn du etwas wie die nächste Matratzenbestellung irgendwie immer aufschiebst? Mehrere Nächte hintereinander kann ich zwar auf der Snooze nicht schlafen, ohne dass es Probleme gibt, aber im Wechsel mit dem Sofa funktioniert das seither irgendwie.

      Wie wäre es, wenn du einfach mal eine der beiden von dir genannten bestellst (die Snooze oder die Bett1-Bodyguard) und ausprobierst? Kannst ja dann immer noch „umsteigen“.

      Grüße

      Benedikt

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