Eine eigenständige Selbstbeteiligungs-Versicherung schützt deinen Geldbeutel bei allen Mietwagen-Anbietern. Und das zum günstigen Preis.

Es kracht – und du bleibst völlig entspannt

Vor kurzem hatte ich einen Autounfall. Ich war in der Innenstadt auf einer zweispurigen Straße auf dem Weg zur Arbeit.

Ich fahre rechts, auf der linken Spur ein großer LKW. Gerade als ich rechts an dem LKW vorbei will, zieht dieser immer weiter nach rechts und gerät ein Stück weit auf meine Spur. Mir bleibt nichts anderes übrig, als ebenfalls abrupt nach rechts auszuweichen.

Plötzlich knallt und scheppert es. Mit dem rechten Außenspiegel meines Carsharing-Autos habe ich den Spiegel eines parkenden Autos abgefahren.

Gut gelaunt und entspannt halte ich an und steige aus.

LKW steht neben der Spur, Fahrer schaut fragend

Eindeutig neben der Spur

Dem LKW-Fahrer, der in der Schlange vor einer Ampel gehalten hat, signalisiere ich, dass es ein Problem gibt. Er möge bitte ebenfalls aussteigen.

Warum ich so gut gelaunt war? Im Moment des Zusammenstoßes der beiden Außenspiegel musste ich grinsen: Mir war schlagartig klar, wie richtig meine Entscheidung war, eine Selbstbeteiligungs-Versicherung abzuschließen.

Selbst wenn der LKW-Fahrer sich aus dem Staub gemacht hätte, wusste ich: Das Ganze wird mich keinen Cent extra kosten. Ein sehr angenehmes Gefühl in solch einer Situation.

Die Selbstbeteiligungs-Versicherung

Möglich macht das die Selbstbeteiligungs-Versicherung, die ich abgeschlossen habe. Sie reduziert die Selbstbeteiligung im Falle eines Schadens bei einem Unfall mit einem Mietwagen oder einem Carsharing-Auto auf null Euro.

Der Vorteil: Das gilt für alle Anbieter, die ich nutze und ich muss nicht bei jedem Autovermieter oder Carsharing-Unternehmen einzeln einen niedrigeren Betrag vereinbaren, wenn ich mich vor einer allzu hohen Selbstbeteiligung schützen will.

Zumal das bei so manchem Anbieter auch ganz schön teuer sein kann. Wer die übliche Frage nach der Haftungsreduzierung bei klassischen Mietwagen-Anbietern wie Sixt, Europcar, Avis und Co. kennt, der weiß, dass sich die Anbieter auf diese Art und Weise ein lukratives Zusatzgeschäft erschlossen haben.

Beim Carsharing ist das nicht viel besser. So verlangt zum Beispiel Drive Now genau 99 EUR für ein Jahres-Schutzpaket. Und das reduziert die Selbstbeteiligung nur auf 350 EUR. Eine komplette Befreiung von der Selbstbeteiligung für Schäden am gemieteten Auto kostet sogar 199 EUR.

Und damit sind eben nur die Schäden bei Drive Now-Autos versichert. Da viele Carsharing-Nutzer auch je nach Situation andere Anbieter verwenden dürften, entspricht das nicht wirklich ihren Bedürfnissen.

Eine für Alle

Meine unabhängige, selbstständige Selbstbeteiligungs-Versicherung hat mich dagegen für ein Jahr 82 EUR gekostet. Sie gilt wie gesagt für alle Anbieter und reduziert die Selbstbeteiligung für selbstverschuldete Schäden am gemieteten Fahrzeug auf 0 EUR (in Worten: Null). Diese Selbstbeteiligungs-Versicherung wird von einer Tochter des Allianz-Konzerns angeboten.

Es gibt verschiedene Varianten, je nachdem, ob der Schutz nur in Europa oder weltweit gelten soll. Auch, ob klassische Mietwagen und Carsharing-Autos versichert sein sollen oder nur eins von beiden, lässt sich auswählen. Ich bevorzuge beides, da ich beides nutze.

Wer vergleicht, ist klar im Vorteil

In Deutschland wird die Selbstbeteiligung-Versicherung zwar über das Internet als „Leihwagen-Versicherung“ vertrieben.
Falls du der englischen Sprache mächtig bist, empfehle ich allerdings, die britische Variante dieser Versicherung (beim selben Versicherungsträger) abzuschließen.

Der Grund: Der Versicherungsumfang unterscheidet sich in einem ganz wichtigen Punkt. Bei der in Deutschland angebotenen Variante wird der Versicherungsschutz für alle Autos ausgeschlossen, die mehr als 80.000 EUR wert sind.

Auf den ersten Blick mag das ausreichend erscheinen. Wenn du allerdings gelegentlich bei einer Mietwagenfirma für eine Langstrecke ein besonderes komfortables Auto willst (sprich: Oberklasse), dann kann der Listenpreis des Autos aufgrund der oft vorhandenen vielen Extras diese 80.000 EUR locker überschreiten.

Höherer Versicherungsschutz dank „Umweg“

Meistens hast du bei diesen Oberklasse-Autos auch einen höheren Selbstbehalt für die Kaskoversicherung. Das bedeutet: Im Falle eines Unfalls wärst du doppelt benachteiligt. Die Selbstbeteiligungs-Versicherung greift nicht und du musst selbst tiefer in die Tasche greifen.

Anders ist es bei der Selbstbeteiligungs-Versicherung, die du über die englischsprachige Seite abschließen kannst. Hier gilt der Versicherungsschutz für Autos im Wert von bis zu 100.000 britischen Pfund. Das sind zum Zeitpunkt, zu dem ich diesen Artikel schreibe, umgerechnet 116.000 EUR. Das lässt schon deutlich mehr Spielraum für luxuriösere Autos.

Wie immer lohnt es sich also, das „Kleingedruckte“ zu lesen. Ansonsten sind beide Angebote für eine Selbstbeteiligungs-Versicherung inhaltlich im Wesentlichen identisch, soweit ich das überblicke.

Außerdem ist der Versicherer in beiden Fällen derselbe: Die AGA International S.A. mit Sitz in den Niederlanden, ein Versicherungsunternehmen für Reisen, Freizeit und Auslandsaufenthalte im Konzern der Allianz SE. Bekannt ist das Unternehmen vor allem unter seinem Markennamen Allianz Global Assistance.

Werbetext der Allianz: „Allianz Global Assistance gehört zu den weltweit führenden Anbietern von Reiseschutz- und Assistance-Leistungen. […] Unsere jahrzehntelange Erfahrung mit Versicherungsschutz und Assistanceleistungen aus einer Hand gehört zu den Stärken des Unternehmens. Deshalb vertrauen jährlich mehr als 250 Millionen Menschen auf unsere Erfahrung und Soforthilfe.“

Jederzeit entspannte Mietwagennutzung

Mir gibt die Selbstbeteiligungs-Versicherung das gute Gefühl, bei allen Schäden an meinen Carsharing-Autos oder sonstigen Mietwagen in Deutschland und im Urlaub abgesichert zu sein. Selbst für den Fall, dass ein anderer den Schaden verursacht hat, ich das aber womöglich nicht beweisen kann.

Das macht auch die Überprüfung eventueller Vorschäden bei der Übernahme eines Autos wesentlich entspannter. Sollte ich etwas übersehen haben, bleibt dennoch kein finanzieller Schaden an mir hängen.

Bei meinem kleinen Unfall hat übrigens die Versicherung des LKW-Fahrers den Schaden bezahlt. Die hinzugerufene Polizei (bei Unfällen mit Carsharing-Autos musst du als Mieter immer die Polizei einschalten) hat außerdem den Fahrer verwarnt. Nach dem kleinen Crash hatte ich zum Glück gleich Fotos gemacht, die dokumentierten, wie weit der LKW auf meine Spur geraten war.

Fazit

Bequemlings-Wertung Selbstbeteiligungs-Versicherung
8.7 von 10
Relativer Zeitgewinn7.5
Bequemlichkeit und Genuss9
Preis-Leistungs-Verhältnis9.5

Eine eigenständige Selbstbeteiligungs-Versicherung für Mietwagen und Carsharing-Autos ist eine praktische und vor allem preiswerte Alternative zu den Angeboten der Vermieter für eine Haftungsreduzierung im Schadensfall.

Welche Erfahrungen hast du schon mit Versicherungsfällen bei Mietwagen-Anbietern gemacht?

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