Nach unzähligen Anläufen in Sachen Rauchen aufhören lebe ich mittlerweile seit mehr als zehn Jahren „rauchfrei“. Mein zuletzt genutzter Trick war also wirkungsvoll. Vielleicht hilft meine persönliche Erfahrung auch dir beim Rauchen aufhören?

Wer mit dem Rauchen aufhören will, muss erst mal anfangen

Ja, ich habe viele Jahre lang geraucht. Nicht zu knapp. Mindestens 20 Zigaretten am Tag mussten es schon sein. Das Ergebnis einer klassischen Raucherkarierre: Als Jugendlicher angefangen, weil es in der Clique so üblich war, im Laufe der Zeit sehr daran gewöhnt und später schlicht und einfach nach Nikotin süchtig gewesen.

Wie so viele Raucher bin ich in der ganzen Zeit zum Experten in Sachen Rauchen aufhören geworden. Schließlich habe ich unzählige Varianten und Tipps ausprobiert, mit denen ich vom Tabak loskommen und Nichtraucher werden wollte. Eine Auswahl? Bitte:

  • Zahl der Zigaretten langsam reduzieren,
  • von heute auf morgen endgültig aufhören (mehrmals),
  • allen Freunden sagen, dass sie einem keine Zigaretten mehr anbieten sollen,
  • Nikotinkaugummis kauen,
  • gespartes Geld in eine Glasschüssel legen (hat immerhin mal für einige Monate funktioniert),
  • jedes Mal bei Lust auf eine Zigarette ein Glas Wasser trinken.

Dauerhaft von Erfolg gekrönt war jedoch keiner dieser Ansätze. Früher oder später kam der Rückfall, entweder verursacht durch eine größere Stresssituation oder – immer wieder geradezu unausweichlich – ausgelöst durch die Annäherung an eine Frau, die ihre Zigaretten genüsslich selbst drehte. Ich weiß auch nicht, warum ich das sexy finde.

Letztendlich hat es aber doch geklappt. Mit einem klassischen Selbstüberlistungstrick (dass ich die sehr mag, habe ich ja schon mal festgestellt, im Artikel „wie du jede 30-Tage-Challenge durchhältst“).

Rauchen aufhören in 15 Minuten? Wie soll das gehen?

Hör damit auf, dir zuviel vorzunehmen

Zuerst habe ich eingesehen, dass es für mich einfach nicht möglich ist, komplett mit dem Rauchen aufzuhören. Nichtraucher werden, diese Aufgabe ist definitiv zu groß!

Bist du nicht auch schon oft daran gescheitert? Gib es auf! Und ermögliche dir so, den entscheidenden Fortschritt zu machen! Klingt verwirrend? Keine Sorge, hier kommt die Auflösung:

Eine kurze Rauchpause genügt

Weil das mit dem „für alle Zeiten mit dem Rauchen aufhören“ offensichtlich nicht klappte, habe ich mich entschlossen, statt dessen eine Rauchpause zu machen. Der entscheidende Unterschied: Eine Pause gilt für einen überschaubaren und bewältigbaren Zeitraum und eben nicht „für immer“.

Konkret habe ich mir vorgenommen, in den nächsten 15 Minuten keine Zigarette zu rauchen. Nicht mehr und nicht weniger – nur 15 Minuten.

Meinst du, du schaffst das auch? 15 Minuten lang keine zu rauchen? Komm schon. 15 Minuten? Geht, oder?

Prima. Wenn du es ausprobierst, wirst du selbst feststellen, dass es an sich kein Problem ist, 15 Minuten lang ohne Zigarette auszukommen. Mehr musst du dir auch nicht vornehmen.

Hake den Drang zu Rauchen also für die kommende Viertelstunde ab und beschäftige dich mit etwas anderem.

Das Rauchen kann länger warten als gedacht

Ich habe bei mir festgestellt, dass der Wunsch nach einer Zigarette die 15 Minuten oftmals nicht überlebt. Er ist nämlich kein Dauerzustand, sondern verschwindet, wenn du ihm zusicherst, dass er sich in 15 Minuten gerne noch einmal melden darf. Wenn du dann mit anderen Dingen beschäftigt bist, macht sich der Gedanke ans Rauchen oft erst viel später wieder bemerkbar.

Das Entscheidende ist nun, dass dir das immer wieder gelingen kann. Das nächste Mal, wenn du wieder Lust auf eine Zigarette bekommst, musst du nicht mehr tun als erneut 15 Minuten lange „keine rauchen“. Dass du das kannst, weißt du ja schon.

Ein kleiner Schritt nach dem anderen

Wichtig: Nimm dir auch nicht mehr vor. Mach‘ dir klar, dass du es dir nach den 15 Minuten gerne wieder von Neuem überlegen kannst, ob du nach einer Zigarette greifen willst. Du kannst dann natürlich wieder rauchen, wenn dir danach sein sollte. Nur in diesem Moment, jetzt, beim unmittelbaren Wunsch nach einer Zigarette, schiebst du das 15 Minuten lang auf.

Wahrscheinlich wird es auch bei dir oft viel länger dauern als 15 Minuten, bis du überhaupt wieder daran denkst.

Und was machst du dann, wenn es dich später wieder nach einer Zigarette gelüstet? Schieb es einfach noch mal auf. Nur ein Viertelstündchen.

Das ist alles was du tun musst. Mache es jedes einzelne Mal, wenn du eigentlich nach einer Zigarette greifen willst!

Nur ein Viertelstündchen warten.

Einen Versuch ist es wert

Am Ende kann sich die „aufgeschobene“ Zeit ganz schön zusammenläppern. Bei mir sind so schon mehr als 10 Jahre zusammen gekommen, in denen ich nichts anderes gemacht habe als jedesmal „die nächsten 15 Minuten lang keine Zigarette zu rauchen“.

Das Angenehme im Laufe der Zeit: Bis zum nächsten Wunsch nach einer Zigarette dauert es mittlerweile sehr lange. Und wenn ich auf die immer länger werdende Kette an „15-Minuten-Phasen ohne Rauchen“ blicke, ist die Motivation sehr hoch, einfach noch eine Viertelstunde Aufschub hinten anzuhängen statt die Kette abzubrechen und wieder bei Null anzufangen.

Nichtraucher werden, also das Rauchen aufhören, für immer und ewig? Das erscheint mir doch zu schwierig. Aber meine derzeitige Rauchpause einfach nochmal um 15 Minuten zu verlängern – das geht immer. Probier es selbst aus!

  1. Passend zu deinem Blognamen: Ich war exzessiver Shisha-Raucher. Irgendwann war ich zu faul mir wieder eine zu machen. Seitdem rauch ich nicht mehr. 

    Bequem zu sein, hat seine Vorteile 🙂

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