Immer mehr Anbieter verkaufen ihre Matratzen online. Ist das besser als ein Test im Laden? Und klappt die Rückgabe so problemlos wie versprochen?

Der schwierige Versuch, die perfekte Matratze zu kaufen

Früher oder später hat fast jeder einmal Rückenschmerzen. Ärgerlich, wenn das an der falschen Matratze liegt. Dabei ist das ein Punkt, den wir unmittelbar beeinflussen können. Wo liegt also das Problem?

Wolltest du schon einmal die für dich perfekte Matratze kaufen?

Unüberschaubare Auswahl

Der Matratzen-Markt ist ziemlich schwer zu überblicken. Nicht nur, dass die Preisunterschiede zwischen den einzelnen Matratzen sehr groß sind, es gibt auch völlig verschiedene Matratzenarten: Aus einfachem Schaumstoff, Komfortschaummatratzen, viskoelastisches Material (das sich bei Wärmeeinwirkung verformt und danach wieder zurückbildet), Latexmatratzen, Taschenfederkernmatratzen, und, und, und.

Damit nicht genug: Beim Matratzen kaufen stößt du dann meistens auch noch auf verschiedene Härtegrade. Eigentlich praktisch, allerdings: Auf diese Angaben kannst du dich auch nicht verlassen, denn jeder Hersteller definiert seine Härtegrade selbst. Sprich: In eine eigentlich “harte“ Matratze kannst du unter Umständen genauso einsinken wie in eine „weiche“ Matratze eines anderen Herstellers.

Matratze kaufen = übers Ohr gehauen werden?

Und noch etwas macht die Auswahl schwierig: Das Gefühl, beim Matratzen kaufen in Sachen Preis gerne mal verschaukelt zu werden. Allein schon die Dauer-Rabatte mancher „Matratzenspezialisten“ lassen mich als Kunden stutzig werden.

Dazu dann noch die entsprechende Berichterstattung über ein “Matratzenkartell“ . Seither gibt es sogar einen Anbieter der extra eine so genannte “Anti-Kartell-Matratze“ erfunden hat.

Wenn man schon damit Werbung machen kann, dass die eigene Branche hinterlistig und verschlagen ist, dann macht das es das Ganze für den Verbraucher nicht einfacher.

Der Rücken signalisiert Handlungsbedarf

Auch ich bin auf der Suche nach der für mich perfekten Matratze. Zuletzt hatte ich eine relativ billige Matratze von einem Discounter gekauft. Die war gezielt nur als vorübergehende Lösung gedacht.

Denn mittelfristig stand ein Umzug an und ich wollte mir voraussichtlich auch ein anderes Bett kaufen. Da ich noch nicht wusste, welche Größe das neue Bett haben wird, wollte ich nicht allzu viel Geld für eine Matratze ausgeben, die dann womöglich nicht mehr gepasst hätte.

Wie es so oft ist: Aus der Zwischenlösung wurde erstmal eine Dauerlösung. Nach gut zwei Jahren war die Matratze jedoch bereits so verformt (sprich: durchgelegen), dass ich dringend eine neue Matratze kaufen musste. Das signalisierte mir mein Rücken Morgen für Morgen nach dem Aufstehen mittlerweile deutlich.

Der Traum: Ein Matratzen-Anpassungs-Labor

Das Probeliegen in einem Matratzen-Geschäft ist wohl kein zuverlässiger Weg, die perfekte Matratze kaufen zu können. Denn ob die Matratze taugt oder nicht, das lässt sich schwerlich innerhalb einer Test-Liegestunde feststellen. Da muss ich schon ein paar Mal darauf schlafen. Wie also die richtige Matratze finden?

Wieso gibt es eigentlich kein Matratzen-Anpassungs-Labor, in dem mir wissenschaftlich abgesichert anhand meines Gewichts, meiner Schlafposition und wissenschaftlicher Erkenntnisse die perfekte Matratze angepasst werden kann? (Wenn das für dich nach einer Marktlücke klingt: Leg‘ los!)

Und dann ist da ja auch noch ein weiteres Problem beim Matratzen kaufen: Der Transport! Einfach mal irgendwo hinfahren und eine Matratze mitnehmen? Diese Möglichkeit haben viele nicht.

Optimale Lösung? Matratzen online kaufen

Immer mehr Firmen verkaufen Matratzen online

Zum Glück sind in letzter Zeit zahlreiche Anbieter aufgetaucht, die beide Probleme lösen: Ihre Matratzen bieten sie im Internet an. Verbunden damit ist oft das Angebot, das gute Stück 100 Tage lang zuhause testen zu können. 100 Tage (und vor allem Nächte)! Was für ein Unterschied zum spontanen Liege-Test zum Beispiel im Möbelhaus.

Jeder dieser Anbieter gibt sich auf den ersten Blick davon überzeugt, die beste Matratze der Welt im Programm zu haben. Es ist oft auch die Einzige,  die verkauft wird. Ob Casper, Smood, Simba, die erwähnte Bodyguard Anti-Kartell-Matratze, Bruno, Eve, Muun oder wie sie sonst noch heißen.

Am Ende bleibt auch hier nur eine Möglichkeit, um das zu überprüfen: Matratze online kaufen und ausprobieren.

So läuft der Matratzenkauf online ab

Funktioniert das so problemlos wie es die Anbieter versprechen?

Matratze nachhause bestellen, ausgiebig benutzen und probeliegen, und wenn der Test zuhause nicht zugesagt hat: Einfach wieder zurückschicken und das Geld zurückbekommen?

Zumindest hätte ich dabei kein schlechtes Gewissen, angesichts der vermuteten großen Gewinnspannen im Matratzenmarkt. Wenn ein Käufer eine 600 EUR-Matratze behält dürfte das auch den Hin- und Rückversand bei einem nicht so zufriedenen Kunden ausgleichen (mehr zu den Gewinnmargen im Matratzenmarkt bei Wikipedia).

Also habe ich es ausprobiert und eine Matratze online gekauft, nämlich die Smood von Home24.

Da es keine verschiedenen Modelle gibt, kannst du direkt die passende Matratzengröße für dein Bett auswählen und die Matratze kaufen. Die Online-Bestellung lief bei mir entsprechend problemlos ab.

Problemlose Lieferung per Post

Schon Tage später kam die Matratze per normalem Postpaket (!) bei mir an. Es handelte sich genau genommen sogar um zwei Matratzen in zwei Paketen. Mein Bett ist 1,60 m breit, in diesem Fall liefert Home24 zwei 80 cm breite Matratzen.

Die Matratzen waren komprimiert (viel Luft herausgepresst, gerollt und in Folie „eingeschweißt“), deshalb passten sie tatsächlich in zwei größere Pakete.

Nachdem ich die Matratzen aus ihrer Folienumhüllung befreit hatte, dehnten sie sich genüsslich auf dem Lattenrost des Bettes aus, bis sie ihre vollständige Größe erreichten.

Die beiden Matratzen werden übrigens in einem gemeinsamen Überzug platziert. Als Kunde sollst du dann beim darauf liegen gar nicht bemerken, dass es sich um zwei Matratzen handelt. Mal sehen, welche Erfahrungen ich mache. Immerhin werden die beiden 80 cm durch den Überzug eng aneinander gedrückt. Insgesamt war die Platzierung auf dem Bett kein großer Aufwand.

Zeit fürs erste Probeliegen

Zunächst einmal fühlt sich der Bezug der Matratze sehr hochwertig an und schmiegt sich auch angenehm an die Haut an. Allerdings kommt ja sowieso noch ein Leintuch darüber.

Danach also das erste Mal auf breitere Tuchfühlung mit der online gekauften Matratze gehen. Der entscheidende Moment: Ich lasse mich vorsichtig auf die Matratze sinken und sitze erstmal seitlich darauf. Den Widerstand der Matratze empfinde ich als ganz ordentlich, das fühlt sich schon mal sehr angenehm an.

Also Schritt zwei: Flach liegen.

In diesem Moment habe ich mich direkt in die Matratze verliebt. Denn die Härte der Matratze fällt genau so aus, wie ich es mir gewünscht habe: Kein durchbiegen, sondern ein sanftes Einsinken an den richtigen Stellen wie Hüfte und Schulter, dagegen eine gute Stützwirkung am Rest des Körpers. Meine Überzeugung in diesem Moment: Mit dieser Matratze kann ich dauerhaft glücklich werden.

100 Tage Probeschlafen bringen die Wahrheit ans Licht

Hoch erfreut habe ich mehrere Wochen lang auf der Matratze geschlafen. Dass es sich um zwei Matratzen handelt, war tatsächlich nicht zu spüren. Die beiden Einzelmatratzen schließen perfekt aneinander an und das so fest, dass sich keinerlei Ritze oder ähnlicher Übergang bemerkbar macht.

Das Schlafgefühl war um ein Vielfaches besser als zuletzt mit der durchgelegenen Discounter-Matratze. Ich war also guter Dinge, dass die noch vorhandenen Rückenbeschwerden in wenigen Tagen vorbei sein würden.

Doch leider wurde ich enttäuscht. Selbst zwei Monate nach dem Kauf der Matratze war es nicht wirklich besser, vielmehr machten sich andere Verspannungen bemerkbar.

Spüren konnte ich das morgens jeweils gleich nach dem Aufwachen. Offenbar hatte mich meine Hoffnung auf ein optimales Zusammenspiel zwischen der Matratze und meinem Rücken getrogen.

„Online-Matratzen“ zurücksenden

Obwohl sich die Matratze nach wie vor sehr angenehm anfühlte und sie mir auch vom Material wirklich gut gefiel – ich musste sie wohl oder übel zurückschicken. Das würde also die Nagelprobe dafür werden, ob das Werbeversprechen der problemlosen 100-Tage-Rückgabe auch erfüllt wird.

Ich habe eine E-Mail an Home24 geschickt, in der ich bedauerte, dass mir die an sich sympathische Smood-Matratze wohl dauerhaft keine Freude bereiten würde. Und ich bat um Abholung des guten Stücks.

Die Antwort kam prompt: Das sei kein Problem, in den nächsten Tagen werde sich eine Spedition zur Terminvereinbarung mit mir in Verbindung setzen. Angehängt war ein Rücksendeschein. Außerdem bat der Herr vom Kundenservice darum, den Artikel transportsicher zu verpacken.

Das Verpackungproblem – widersprüchliche Aussagen

Ups! Wie bitte verpacke ich eine 1,60 m x 2,00 m große Matratze oder deren einzelne Bestandteile (es waren ja eigentlich zwei Matratzen)? In die ursprünglichen Kartons würde ich sie kaum wieder hinein bekommen, nachdem sie sich inzwischen entfaltet hatten.

In meiner Unsicherheit habe ich Home24 das Problem geschildert und angefragt, ob mir die Spedition beim Verpacken der Matratze behilflich sein könnte.

Die Antwort erfreute mich sehr:

“Ich habe die Spedition darum gebeten, Verpackungsmaterial mitzubringen. So dass sie sich um die Verpackung keine Gedanken mehr machen müssen.“

Das schien ja alles bestens zu laufen. Bis dann die Spedition anrief, um einen Abholtermin zu vereinbaren. Sicherheitshalber fragte ich, wie es denn mit dem Verpackungsmaterial aussehe. Da sagte die Disponentin der Firma Rhenus Home Delivery zu mir, dass eine Verpackung durch den Fahrer nicht möglich sei.

Einerseits sei in dem Abholauftrag kein entsprechender Hinweis vermerkt. Außerdem sei das sowieso völlig unüblich. Um die Verpackung der Matratze müsse ich mich schon selbst kümmern. – Uff!

Danach habe ich mich noch einmal hilfesuchend per E-Mail an Home24 gewandt. Deren Mitarbeiter antwortete wiederum, dass er die Spedition ja bereits bei Auftragserteilung über den Verpackungsbedarf informiert habe. Im Zweifel solle ich mich direkt mit der Spedition in Verbindung setzen.

Entscheidung am Abholtag

Tja, das hatte ich ja schon getan, ohne dass es zur Klärung beigetragen hätte. Nun saß ich quasi zwischen den Stühlen. War das der Haken beim Matratzen online bestellen?

Immerhin hatte ich die E-Mail-Bestätigung von Home24, wonach ich mich um die Verpackung nicht kümmern müsse. Also wollte ich es einfach darauf ankommen lassen und wartete erst einmal ab.

Parallel hatte ich bereits eine neue Matratze online bestellt. Ich wollte ja nicht auf dem Boden schlafen. Den Liefertermin legte ich auf den gleichen Tag wie die Abholung der „alten“ Matratze.

Die Neue kam trotz der relativ hohen Versandkosten von IKEA. Zum einen hatte ich früher schon einmal mit einer IKEA-Matratze gute Erfahrungen gemacht. Zum anderen galt zu der Zeit noch ein lebenslanges Rückgaberecht bei IKEA.

Lustigerweise war dieselbe Spedition für beide Aufträge zuständig: Abholung der alten Matratze für Home24 und Lieferung der neuen Matratze von IKEA. Das Ergebnis war perfektes Timing – alte Matratze raus, neue Matratze rein in die Wohnung.

Und was sagte der Fahrer der Spedition nun angesichts der unverpackten Matratze, die ich in ihrer vollen Pracht von 1,60 m x 2,00 m bereitgestellt hatte?

„Kein Problem.“ Natürlich habe er Verpackungsmaterial in seinem Lastwagen. Und schwupps nahm er die Smood-Matratze mit.

Geld zurück – Kunde zufrieden

Wenige Tage später bekam ich von Home24 per E-Mail eine Eingangsbestätigung. Der Kaufbetrag der Matratze wurde gleichzeitig in voller Höhe zurückgebucht.

Wenn ich von der zwischenzeitlichen Verwirrung um das Verpacken der Matratze absehe, lief also alles ziemlich perfekt: Ich konnte die Smood-Matratze online kaufen, mehr als zwei Monate lang testen sowie ausgiebig Probe liegen und schließlich einfach zurückschicken – ohne dass mich das am Ende irgendetwas gekostet hätte. Das nenne ich wirklich kundenfreundlich.

Wahrscheinlich können es sich die Anbieter angesichts der heftigen Konkurrenz auf dem Matratzen-Liefermarkt auch gar nicht leisten, da am Ende Zicken zu machen.

Ich würde also jederzeit wieder dazu raten, Matratzen online zu bestellen und ausgiebig zu testen. Meine Erfahrungen zum Ablauf des Ganzen sind positiv ausgefallen. Auch die Stiftung Warentest hat mehrere Anbieter und deren Matratzen einem Vergleich unterzogen. Mit „Gut“ schnitt dabei neben der Smood, die ich bestellt hatte, auch die Bodyguard Anti-Kartell-Matratze ab.

Deshalb gebe ich auch die Hoffnung nicht auf, die für mich perfekte Matratze zu finden. Im Moment liegt es sich auf der neuen IKEA-Matratze ganz gut. Es würde mich freuen, wenn das so bleibt. Ansonsten werde ich gerne einen weiteren Anbieter testen und meine nächste Matratze wieder online kaufen.

Welche Erfahrungen hast du beim Matratzen online kaufen gemacht?

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