Lebenslanges Lernen – auf die bequeme Art! Bei einem Fernstudium kannst du deinen Wissensdurst in genau dem Tempo stillen, das für dich persönlich am angenehmsten ist. Das geht übrigens auch ohne Abitur und kostet nur wenig Geld.

Gründe für den Gedanken an ein Fernstudium

Vielleicht steckst du beruflich fest und das in einer Position, die dir wenig Entwicklungsperspektiven bietet. Vielleicht hast du auch festgestellt, dass der aktuelle Beruf einfach nicht der ist, dem du noch jahrzehntelang weiter nachgehen möchtest. Oder du willst einfach nebenbei etwas in deine persönliche Weiterentwicklung investieren.

Vielleicht geht es dir aber auch einfach wie mir und du suchst einen Ausgleich oder eine Ergänzung zu den Anforderungen in deinem aktuellen Job. Ich arbeite als Hörfunk-Journalist im Nachrichtenbereich. Das macht mir großen Spaß und ist sehr abwechslungsreich. Dabei geht es vor allem um das tagesaktuelle Weltgeschehen. Diese aktuelle Berichterstattung besteht vom Arbeitsablauf her quasi aus einer Aneinanderreihung von Kurzfrist-Projekten.

So anregend das im Alltag auch ist, nebenbei keimte in mir der Wunsch, mich mal wieder langfristiger ihn ein Thema zu „verbeißen“. So richtig in der Tiefe wühlen und viele Monate an einem Thema dran bleiben. Denn es soll mir nicht so ergehen, wie es ein Spruch in meiner Branche so schön beschreibt: „Das Wissen eines Journalisten ist so breit wie ein Ozean – und so tief wie eine Pfütze“.

Meine Entscheidung für das Hobby Jura

Der Groschen fiel, als mich mal wieder eine Freundin um eine Einschätzung bat. Sie hatte Streit mit ihrem Vermieter. Es war nicht die erste Anfrage dieser Art im Freundeskreis, da allgemein bekannt ist, dass ich ein Faible für solche Themen habe.

Schon immer hatte ich an juristischen Argumentationsweisen großen Gefallen gefunden. Und schon in der Schule wurde mir quasi nebenbei beigebracht, dass es immer gut ist, wenn du die genauen rechtlichen Rahmenbedingungen kennst. Zum Beispiel die, auf denen so ein Lehrer-Schüler-Verhältnis beruht.

Denn wenn du dich auskennst, kannst du dein Gegenüber auch wirkungsvoll in die Schranken weisen. Selbst Lehrer. Und gerade die hatten das oft nötig. Oder hätte ich es durchgehen lassen sollen, als mir meine Klassenlehrerin damit drohte, mich als Klassensprecher abzusetzen? Geht natürlich gar nicht.

Doch wir waren bei den Vermieterproblemen meiner Freundin. Zum Schluss des Gesprächs sagte ich wie schon so oft mal wieder: „In meinem nächsten Leben studiere ich Jura… “

Ich hielt inne und dachte mir: Warum so lange warten? Zumal die Aussicht auf ein „nächstes Leben“ nun mal alles andere als gesichert ist. Also habe ich begonnen, nebenbei Jura zu studieren, per Fernstudium an der Fernuniversität Hagen. Rein als Hobby und neben dem bisherigen Beruf. Denn das Fernstudium lässt sich auch bequem in Teilzeit angehen. Dazu gleich mehr.

Welche Weiterbildung ist als Fernstudium möglich?

Allein an der Fernuni Hagen lassen sich zum Beispiel im Fernstudium Psychologie, Jura oder auch Wirtschaftswissenschaften wie Volkswirtschaft, BWL und Wirtschaftsinformatik studieren. Auch wer sich für Politikwissenschaft oder Soziologie interessiert, wird fündig. Es gibt auch noch andere Anbieter für ein Fernstudium. Da ich jedoch nur Erfahrungen mit der Fernuniversität Hagen gemacht habe, beschränke ich mich in diesem Artikel darauf.

Welche Voraussetzungen muss ich für ein Fernstudium mitbringen?

Reguläres Fernstudium mit Abschluss

Früher dachte ich, für ein Studium wäre unbedingt Abitur oder zumindest ein Fach-Abi nötig. Denkste! Die Fernuni Hagen liegt in Nordrhein-Westfalen und zumindest dort sind die Aufnahmebedingungen deutlich lockerer. Wo du selbst wohnst, spielt dabei keine Rolle. Mindestvoraussetzung für den Zugang zu einem regulären Studium ist eine Berufsausbildung plus drei Jahre Berufserfahrung. Somit ist ein Fernstudium für sehr viele Menschen erreichbar.

Für jeden offen: Akademiestudium

Selbst ohne jede Qualifikation kannst du im Fernstudium dein Wissen erweitern und dich persönlich weiterbilden. Dazu bietet die Fernuni im Fernstudium ein so genanntes Akademiestudium an. Dort kannst du die Bestandteile eines Studiengangs genauso durcharbeiten wie als regulärer Student. Nur einen formellen Abschluss kannst du nicht machen. Das Wissen erhältst du aber trotzdem.

Wie läuft so ein Fernstudium ab?

Das Fernstudium hat aus meiner Sicht drei große Vorteile:

  • Du kannst studieren wann du willst.
  • Du kannst studieren wo du willst.
  • Du kannst studieren solange du willst.

Der Reihe nach:

Zeit im Fernstudium frei einteilen

Es gibt keine vorgeschriebenen Vorlesungszeiten, zu denen du anwesend sein müsstest. Dieser Vorteil ist nicht nur für Berufstätige kaum zu überschätzen.

Ich erinnere mich noch gut an mein erstes Studium. Damals habe ich einen reinen Teilnahmeschein für eine bestimmte Vorlesung der Politikwissenschaft in Mannheim gebraucht („Internationale Beziehungen“). „Teilnahmeschein“ bedeutet: Du musst nur regelmäßig auf der Anwesenheitsliste unterschreiben, aber keine Klausur schreiben oder ähnliches.

Blöd nur, dass diese Vorlesung immer mittwochs Früh gegen 8 Uhr stattfand. Nicht meine Zeit! Als passionierter Spätaufsteher ist es mir deshalb erst nach drei Anläufen (also nach drei Semestern) gelungen, diesen „Sitzschein“ zu erwerben. Inhaltlich sinnlos war es zudem, da ich um diese Zeit einfach noch nicht aufnahmefähig war.

Bei einem Fernstudium nimmst du dir die Unterlagen dann zur Hand, wenn es dir passt. Somit kannst du dann Lernen, wenn deine persönliche Aufnahmebereitschaft im Laufe eines Tages am höchsten ist (und das ist bei manchen nun mal eher abends als morgens). Und du kannst deine Lerngewohnheiten an deine aktuelle Lebenssituation anpassen. Manche müssen erst warten, bis die Kinder schlafen, bevor Sie Ruhe zum Lernen finden.

Nur vereinzelt sind auch mal Seminare mit Anwesenheitspflicht vorgesehen, dann entweder in einem Block oder in der Regel an Wochenenden.

„Studieren, wo es am schönsten ist“

Anstatt sich bei Wind und Wetter in irgendwelche Vorlesungs- oder Seminarräume begeben zu müssen, suchst du dir deinen Lieblingsort fürs Fernstudium einfach selbst aus. Vielleicht ist für dich ja eine Café-Atmosphäre förderlich. Oder du hast zuhause ein Arbeitszimmer, in dem du dich voll und ganz auf deine Studienunterlagen konzentrieren kannst. Oder du setzt dich auf deine Lieblings-Parkbank im Grünen.

Die Fernuni Hagen hat als Werbe-Claim den Satz „Studieren, wo es am schönsten ist“. Wenn ich mit dem Notebook auf dem Schoß in meiner Hängematte liege, fühle ich voll und ganz, was damit gemeint ist.

Du studierst in dem Tempo, das zu dir passt!

Während du beim Vollzeitstudium an einer Präsenzuniversität bestimmte Regelstudienzeit-Fristen nicht allzu sehr überschreiten darfst, gibt dir das Fernstudium die völlige zeitliche Freiheit. Du kannst dir die Studieninhalte so portionieren, wie du möchtest.

Das bedeutet auch, dass du im einen Semester mal mehr und dem anderen mal weniger studieren kannst, ganz wie es deine persönliche Situation ermöglicht. Wenn du zum Beispiel feststellst, dass der Aufwand nebenher zu groß ist, dann kannst du einfach mal das Tempo herunterfahren. Ohne dich zu überfordern.

Und wenn du das ganze nur als Hobby betreibst, so wie ich, dann reicht es auch mal aus, nur ein einziges Modul in einem Semester zu absolvieren. Das geht dann wirklich bequem nebenbei.

Wie läuft das Fernstudium im Alltag ab?

Pünktlich zum Semesterbeginn bekommst du einen ganzen Stapel an Unterlagen zugesandt. Das ist das, was du im Laufe der nächsten Monate durcharbeiten solltest.

Je nach Fach und einzelnem Modul innerhalb des Faches ist dann am Ende des Semesters eine Klausur geplant und/oder du musst während des Semesters Einsendearbeiten schreiben. Sie dienen dazu, deinen Wissensstand zu dokumentieren und sich gegebenenfalls für die Prüfung zu qualifizieren. Manchmal reicht auch eine wissenschaftliche Hausarbeit als Leistungsnachweis aus.

Unterstützt wirst du von Online-Angeboten wie zum Beispiel virtuellen Klassenzimmern: Das sind Seminarveranstaltungen, die live stattfinden, an denen du aber bequem von zuhause über deinen Computer teilnehmen kannst. Eine großartige Sache, die noch viel öfter eingesetzt werden sollte. Leider wird das nicht in jedem Modul meines Studiengangs angeboten.

Dazu gibt es auf Wunsch Online-Lerngruppen, aber auch Foren, in denen sich Fernstudierende austauschen. Nützlich sind auch Videos und Podcasts anderer Universitäten, die du ergänzend zu deinen Lehrmaterialen nutzen kannst. Nicht zuletzt gibt es die Regionalzentren der Fernuni Hagen in verschiedenen Städten. Dort werden teilweise auch die Klausuren geschrieben.

Einen ganz guten Überblick zum Einstieg über den Ablauf eines Fernstudiums bietet dieser kleine Film der Fernuni Hagen:

Unschlagbar günstiger Preis

Bei der Fernuni Hagen bezahlst du für dein Fernstudium nur das Studienmaterial und einen kleinen Semesterbeitrag, der betrug zuletzt elf Euro. Die Unterlagen beziehst du jeweils für die Studienmodule, die du dir vorher selbst herausgesucht hast. Je nach Umfang des Moduls kostet das in etwa zwischen 60 EUR und 120 EUR.

Für ein komplettes Studium kommst du nach Angaben der Fernuniversität Hagen zum Beispiel bei Politikwissenschaft auf Kosten von etwa 1.800 EUR. Diesen Betrag bezahlst du bei manchen kommerziellen Anbietern allein für ein einzelnes Semester.

Angeblich ist die Betreuung bei privaten Anbietern dafür deutlich umfangreicher und besser. Ob das den Preisunterschied wert ist, solltest du vorher prüfen.

Mein Fazit zu einem Fernstudium

Ich liebe die Flexibilität, die mir das Fernstudium bringt. Im Wintersemester lerne ich aufgrund des schlechten Wetters gerne gemütlich zuhause und arbeite mich intensiv in den Lernstoff ein. Dagegen fahre ich das Pensum im Sommersemester gerne herunter. Da gibt es einfach viel zu viele schöne Freizeit-Alternativen.

Da ich das ganze ohne besonderen Ehrgeiz als reines Hobby betreibe, muss ich dabei auch kein schlechtes Gewissen haben. Dann dauert das Fernstudium eben solange wie es dauert. In diesem Fall ist ja auch nicht der Abschluss das Ziel, sondern es heißt zurecht: Der Weg ist das Ziel.

Das Schlagwort vom „lebenslangen Lernen“ lässt sich so bequem mit Leben füllen. Dabei kannst du dich ganz nach deinen Interessen und Bedürfnissen orientieren. Fürs berufliche Weiterkommen ist ein Erst- oder Zweitstudium per Fernstudium ebenfalls eine gute Wahl.

Zumal wenn es nebenbei geschieht: Den Lebensstandard halten dank Arbeit im gewohnten Beruf und sich dennoch nebenher ganz persönlich weiterentwickeln und weiterbilden – meiner Meinung nach ist das eine gelungene Kombination, zu der ich dich auch gerne ermutige.

Was würdest du gerne noch lernen, ob mit Fernstudium oder ohne?

 

  1. Puh, prinzipiell stimme ich dir ja zu. Aber so ein Fernstudium ist kein Zuckerschlecken und eben genauso anspruchsvoll wie ein Präsenzstudium. Das wichtigste bei einem Fernstudium ist das Durchhaltevermögen und die Fähigkeit sich selbst zu motivieren.
    Dein Beitrag ist mir viel zu euphorisch geschrieben. Ich selbst studiere an der Fernuni und weiß somit wo von ich rede.
    Na klar ist es einfacher, wenn man es nur als Hobby macht.
    Und studieren wo es am schönsten ist, stimmt zwar, und flexible Zeiteinteilung ist auch völlig richtig, insofern man keinem Job nachgeht oder eine Familie hat. Dann schränkt sich das alles durch das „normale“ Leben von ganz alleine ein.
    Und doch kann ich jedem nur raten mal darüber nachzudenken, denn günstig ist die Fernuniversität im Gegensatz zu vielen privaten Anbietern auf jeden Fall und sie ist die einzig ordentliche Fernuni. Doch gibt es mittlerweile auch vielfach Möglichkeiten von Onlinestudieren an Präsenzuniversitäten in deiner Nähe, mit teilweise fixen Präsenzseminaren.

    • Natürlich ist auch ein Fernstudium anspruchsvoll, da stimme ich dir zu. Und wenn du es zielstrebig zu einem Abschluss bringen willst, musst du dich ganz schön dahinterklemmen.

      Der entscheidende Unterschied ist in der Tat, dass ich das als Hobby nebenbei betreibe. Wissensgewinn zum Spaß sozusagen. Und dazu kann ich aus meiner Erfahrung nur ermutigen.

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