Tickender Stressanzeiger oder Schlüssel zu Entschleunigung und Entspannung – deine Uhr hat einen größeren Einfluss als du denkst. Eine Einzeigeruhr oder eine 24-Stunden-Uhr ermöglicht dir einen besonders gelassenen Umgang mit deiner Zeit. Und das lässt sich noch steigern.

„Entschleunigung“ – was für ein hervorragender Alltagsvorsatz für einen Bequemling. Doch Termindruck und das damit oft verbundene Hetzen zum nächsten Ort lassen dich diesen Vorsatz immer wieder vergessen?

Es gibt einen einfachen Weg, wie du dich immer wieder an dein Vorhaben der Entschleunigung erinnern kannst, bei jedem Blick auf die Uhr. Und zwar dann, wenn du eine Einzeigeruhr trägst. Sie lässt dich den Lauf der Zeit souveräner empfinden und demonstriert gleichzeitig nach außen, dass du als ihr Träger kein „Getriebener“ ist.

Sind Armbanduhren noch gefragt?

Obwohl viele Menschen die aktuelle Uhrzeit meist auf einem Smartphone ständig ablesebereit haben, tragen sie noch immer eine Armbanduhr. Liegt es daran, dass die Uhr eines der wenigen variablen Accessoires für Männer im Business-Bereich ist? Geht es um die teure Uhr als Statussymbol? Ist es einfach Gewohnheit? Oder ist der schnelle Blick aufs Handgelenk einfach durch nichts zu ersetzen?

Ich kann die Frage nicht beantworten, denn ich trage derzeit keine Armbanduhr, schon seit Jahrzehnten nicht. Als Kind und Jugendlicher hatte ich meine Uhren regelmäßig  unabsichtlich zerstört oder einfach verloren. Irgendwann erschien mir die Investition in eine neue Uhr schlicht zu gewagt. (Gerne würde ich von dir hören, warum du eine Armbanduhr trägst.)

Vermisst habe ich sie nie, im Gegenteil. Ich habe das Nicht-Tragen einer Armbanduhr einfach uminterpretiert zum Statement für demonstrative Abwesenheit von Alltagshektik. Diese Einstellung hat den auch gewünschten Effekt gebracht, nämlich einen sehr bewußten Umgang mit meiner Zeit zu pflegen, sprich: vor zu vielen zu eng gelegten Terminen auf der Hut zu sein.

Und damit wir uns nicht falsch verstehen: auch ohne Armbanduhr liebe ich Pünktlichkeit!

Ich könnte sogar schwach werden und mir selbst wieder eine Armbanduhr ums Handgelenk legen, allerdings nur unter einer ganz bestimmten Voraussetzung. Zu der komme ich weiter unten noch.

Faszination Einzeigeruhr

Ich weiß nicht mehr, wann ich das erste Mal auf eine Einzeigeruhr gestoßen bin, doch das Konzept hat mich sofort fasziniert. Wahrscheinlich war es beim allerersten Mal einfach eine kaputte Uhr, bei der nur noch der Stundenzeiger funktionierte. Schon davon ging eine gewisse Magie aus.

Einzeigeruhr am Rathaus in Lenzen

Einzeigeruhr an Rathausturm / Foto: Doris Antony [CC BY-SA 3.0], via Wikimedia Commons (Bildausschnitt)

Eine Einzeigeruhr zeichnet sich genau dadurch aus, dass sie nur einen Stundenzeiger besitzt. Kein Minuten- und schon gar kein hektischer Sekundenzeiger stören den langsamen Lauf der Zeitanzeige.

Überraschenderweise lässt sich die aktuelle Uhrzeit dennoch recht genau ablesen, schließlich bewegt sich ja auch der Stundenzeiger kontinuierlich fort. Ein Blick auf eine analoge Büro-, Küchen- oder Kirchturmuhr in der Nähe und du siehst, was ich meine.

Eine Sonnenuhr liefert genau die gleiche bewährte Genauigkeit – die eines einzelnen Uhrzeigers. Auch die ersten Turmuhren mit Räderwerk waren vor allem Einzeigeruhren.

Viele Varianten von Einzeigeruhren für das Handgelenk kannst du dir im „Uhrforum“ ansehen. Dort präsentieren Fans von Einzeigeruhren in einem seit Jahren kontinuierlich befüllten Diskussionsthread ihre Neuerwerbungen.

Faszination 24-Stunden-Uhr

Raketa 24-Stunden-Uhr

Wie spät ist es auf der Raketa 24-Stunden-Uhr? / Foto: Luca Bergamasco [CC BY 3.0], via Wikimedia Commons

Noch eine weitere Art besonderer Uhren kann den Blick für die eigene verfügbare Zeit und den Umgang damit im Alltag deutlich schärfen: eine 24-Stunden-Uhr.

Warum zeigen herkömmliche Uhren eigentlich immer nur 12 Stunden an? Und dann geht es mittags quasi wieder von vorn los? Das habe ich noch nie verstanden (ehrlich gesagt habe ich früher aber auch überhaupt nicht darüber nachgedacht).

Mit einer 24-Stunden-Uhr bleibt immer der komplette Tag auf einmal im Blick. Nach meinem Empfinden ist das auch viel natürlicher als die Zweiteilung in 2 x 12 Stunden.

Menschen im Schichtdienst ticken anders

Dass sich mein genereller Blick auf Uhren verändert hat, lag möglicherweise daran, dass ich irgendwann mit Arbeit im Schichtdienst begonnen hatte.

Vielleicht passiert die Veränderung automatisch, wenn du wegen der Nachtschicht mal eine Woche lang erst mittags um 12 aufstehst oder in einer Frühschichtwoche zwei Mal am Tag schläfst (4,5 Stunden vorher, 3 Stunden danach – und ja, irgendwann weißt du beim Aufwachen nicht mehr, ob es gerade Morgen oder Nachmittag ist).

Jedenfalls wurde mein Umgang mit den 24 Stunden eines Tages viel bewusster und planvoller. Da die persönliche „Wachphase“ auf einmal völlig unabhängig vom Tageslicht ist, rücken tatsächlich die kompletten 24 Stunden eines Tages in den Fokus, um festzulegen, wann ich welche Tätigkeit erledigen oder genießen will.

Doch auch Uhrenhersteller haben schon früher den besonderen Charme einer 24-Stunden-Uhr erkannt. Insbesondere der russische, ehemals sowjetische Hersteller Raketa, der damit angeblich erst einmal Polarforscher beglücken wollte. Logisch, die haben schließlich je nach Jahreszeit mangels Sonnenauf- oder untergang auch keinen natürlichen Tag-Nacht-Rhythmus, genauso wie Schichtarbeiter.

Das beste zweier Welten kombiniert

Eine Uhr, die einen souveränen und entspannten Umgang mit der Zeit fördern soll, muss für mich beide Besonderheiten vereinen: sie muss eine Einzeigeruhr sein, um sich klar von jeder Assoziation mit Hektik oder einem Zeitdiktat zu distanzieren – und sie muss eine 24-Stunden-Uhr sein, um den ganzen Tag auf einmal im Blick zu haben. Denn so lassen sich die großen Freiräume erkennen, die ein kompletter Tag im Normalfall bietet.

24h-Einzeigeruhr

24h-Einzeigeruhr von Klaus Botta/ Foto: DerHans04 [CC BY-SA 3.0], via Wikimedia Commons

Wie ich feststellen durfte, gibt es so eine Uhr tatsächlich. Es wundert mich nicht, dass sie für ihr Design prämiert wurde: die 24-Stunden-Einzeigeruhr UNO 24 von Klaus Botta in Königstein im Taunus.

Mit dieser Uhr habe ich immer wieder geliebäugelt, denn sie ist für mich tatsächlich alles andere als eine reine Zeitanzeige: sie mahnt durch den einzelnen Zeiger zur Gelassenheit und gleichzeitig demonstriert sie durch das 24-Stunden-Zifferblatt in Gänze, wieviel Potential in so einem einzelnen Tag steckt.

Die UNO 24 unterstreicht das auch noch durch ihr farbliches Design: die der Nacht zugeordnete Hälfte des Ziffernblatts ist dunkler als die obere Hälfte (die „Tag-Hälfte“). Auf verschiedenen Modellen dieser Uhr ist das noch ausgeprägter als auf dem Bild.

Die Faszination, die diese Uhr ausstrahlt ist hoch. Aaaaaaaaber! Eine Kleinigkeit fehlt noch, um sie zur perfekten Armbanduhr für den Bequemling werden zu lassen – zu der Armbanduhr, die ich alltäglich tragen würde.

Was noch fehlt

Ich habe oben schon beschrieben, dass sich „Nacht“ und „Tag“ bei Menschen im Schichtdienst immer wieder mal verschieben. Hinzu kommt, dass jeder Mensch seinen eigenen Biorhythmus hat.

Die einen sind die berühmten Lerchen, die „Frühaufsteher“, die jeden Tag voller Energie beginnen können. Auf der anderen Seite die „Eulen“, deren Tag grundsätzlich erst später beginnt und die auch erst später im Laufe des Tages auf Touren kommen. Ich persönlich zähle mich zu letzteren.

Das hat Konsequenzen beim Blick auf die Uhr: für mich ist um 12 Uhr noch nicht der halbe Tag vorbei, gefühlt ist bei mir Mittag meist eher gegen 15 Uhr.

Um auf die UNO 24 zurück zu kommen: wenn diese ab 18 Uhr die Nachthälfte des Tages anzuzeigen beginnt, bin ich gedanklich noch lange nicht im Abend, und letzlich beginnt meine Schlafenszeit meist auch eher nach Mitternacht.

Die perfekte Bequemlings-Uhr

Die Konsequenz: ich hätte gerne eine 24-Stunden-Einzeigeruhr, bei der das Ziffernblatt an oberster Stelle z. B. 15 Uhr anzeigen kann und nicht nur 12 Uhr. Im Idealfall ließe sich das Ziffernblatt einfach drehen. So ließe sich je nach Schichtdienst, Biorhythmus oder einfach persönlicher Tagesgestaltung der Tag auf der Uhr perfekt in den Blick nehmen, individuell anpassbar.

Und wenn wir schon bei Perfektion sind: Die Anzeige einer Nachtphase durch dunkler gefärbte Teile des Ziffernblatts sollte dann auch noch individuell einstellbar sein, auch was deren Länge in Stunden angeht. Der eine braucht siebeneinhalb Stunden Schlaf, um ausgeruht zu sein, der nächste acht Stunden oder nur sechs Stunden.

Ließe sich das zum Beispiel durch ein verstellbares, transparentes Overlay mit anzeigen, bliebe gleichzeitig der verfügbare Rest des Tages auf einen Blick in seiner vollen Pracht und der darin innewohnenden Verheißung entspannter und glücklicher Stunden erfassbar.

Lieber Herr Botta, wenn sie mal wieder an eine Weiterentwicklung denken: nun wissen Sie, wie Sie Schichtdienstler, Biorhythmus-Bewusste und vor allem freie Gestalter der persönlichen Zeit glücklich machen können.

Fazit

Noch gibt es die perfekte Armbanduhr für mich nicht. Für dich jedoch bietet vielleicht schon der Blick auf „herkömmliche“ Einzeiger- und 24-Stunden-Uhren eine Anregung, im Alltag bewusster und entspannter mit der verfügbaren Zeit umzugehen.

Hast du auch einen persönlichen Tipp für einen souveränen Umgang mit der Zeit? Schreibe jetzt einen Kommentar!

 

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