„Ich geh‘ zum Einkaufen ins Café.“ Das ist einer meiner Lieblingssätze geworden, seitdem ich Supermarkt-Lieferdienste wie Bringmeister und Rewe online nutze. Doch können sie den Gang zum Supermarkt vollständig ersetzen?

So ein Großeinkauf ist nicht gerade ein Highlight, außer natürlich er läuft so ab, wie ich mir das zu Studentenzeiten im Wal-Mart angewöhnt hatte – etwa ein Mal pro Halbjahr:

Die Supermarkt-Spaß-Ausnahme

Am Eingang des Supermarktes habe ich eine imaginäre Startlinie mit dem Fuß auf dem Boden gezogen. Und dann volles Supermarkt-Programm: Ich bin systematisch jedes Regal abgegangen und habe mir dabei bewusst jedes (!) Produkt angesehen.

Alles was mich irgendwie gereizt hat (entweder weil es neu oder bekanntermaßen lecker war) wurde genauer untersucht und kam gegebenenfalls in den Einkaufswagen. Nicht gerade Studentenbudget-freundlich, aber sehr vergnüglich und genussreich.

Heute habe ich für solche Einkaufs-„Orgien“ meistens nicht die Zeit (es dauerte bis zu drei Stunden) und außerdem beschleicht mich der Eindruck, dass die Vielfalt der Produkte und der Neuigkeiten dann doch deutlich nachgelassen hat, zumindest in meinen Standard-Supermärkten.

Lebensmittel-Neuigkeiten lasse ich mir deshalb nun direkt nach Hause bringen – z. B. vom Anbieter Foodist – Testbericht folgt noch.

Woran der normale Supermarkt-Einkauf krankt

Letzlich empfinde ich den Einkauf im Supermarkt inzwischen weniger als Vergnügen denn als Last. Zum einen, weil soviel Zeit für Wege zum Supermarkt, zwischen den Regalen und zum nächsten Supermarkt oder Discounter draufgeht, weil der erste nicht alles hatte.

Zum anderen kann ich auch der Schlepperei von vielen Tüten plus etwaiger Getränkekisten nicht viel abgewinnen (auch wenn sich der Transport natürlich hauptsächlich per Carsharing-Auto erledigen lässt – doch das will ja auch erst mal beladen werden).

Und ja, ich laufe tatsächlich nicht gerne mit diesen Achter-Packungen voller Toilettenpapierrollen durch die Gegend.

Wahrscheinlich liegt das daran, dass mir dieser Artikel im Supermarkt immer zuletzt einfällt und die Packung dann auf dem Heimweg oft viel zu groß neben meinen eh schon nicht wenigen Einkaufstüten an der Hand baumelt.

Online-Supermärkte liefern bis an die Wohnungstüre

Mittlerweile schätze ich es als eine ziemlich perfekte Art einzukaufen: einfach mit Notebook ins Café setzen und online bestellen. Statt der Suche nach den richtigen Regalen, im Weg stehenden Einkaufswagen, Plärrwerbung aus dem Lautsprecher und Schlangen an der Kasse:

Kaffeeduft, angenehme Musik und entspannte Atmosphäre. Außerdem flirtet es sich im Cafè angenehmer als im Supermarkt, finde ich.

Natürlich kannst du dir den Kaffee auch gleich zuhause machen und dich zum Einkaufen aufs bequem aufs Sofa setzen. Das ist nur fürs Flirten wieder abträglich, außer natürlich, du flirtest auch zuhause gern mit deinem/deiner Liebsten.

Wegweiser zu verschiedenen Supermärkten

Hinfahren überflüssig, da Supermärkte auch liefern

Die üblichen Verdächtigen

Bisher habe ich in München hauptsächlich die Liefer-Supermärkte Bringmeister (von Tengelmann) und Rewe online genutzt. Freshfoods steht zum Ausprobieren auf der Liste.

Metro hatte sich zum Start des Lieferdienstes in München im Januar 2016 eine einzige Lieferkatastrophe geleistet – einmal und nie wieder, mehr dazu bei anderer Gelegenheit.

Ich werde auch die bundesweit verfügbaren Lieferdienste wie Allyouneed und das Amazon-Angebot noch testen und dann mal eine Zusammenfassung schreiben.

Einstweilen gibt es hier eine gute Übersicht, wer in welchen Städten oder gleich in ganz Deutschland liefert.

Produktauswahl der Liefer-Supermärkte

Im Prinzip bieten sowohl Bringmeister als auch Rewe online das vollständige Supermarkt-Sortiment, nur bei den billigen Eigenmarken habe ich den Eindruck, dass das eine oder andere Produkt fehlt. Gelegentlich ist auch mal ein Artikel kurze Zeit nicht verfügbar.

Frische der Lebensmittel

Sowohl bei Rewe als auch Bringmeister gab es bisher kaum einen Grund zur Beanstandung. Einmal war ein Blumenkohl extrem mickrig, den hätte ich mir selbst bestimmt nicht ausgesucht.

Das Gute ist, dass du sowohl bei Bringmeister als auch Rewe die angelieferte Ware nicht annehmen musst. Sie ist quasi nur ein Angebot, das gilt auch für den Fall, dass ein Artikel nicht wie gewünscht lieferbar ist und ein Ersatz-Artikel mitgebracht wird.

Mit der Kühlkette gab es aus meiner Sicht bisher auch keine Probleme, zumindest habe ich keine bemerkt. Nach einer Studie des Fraunhofer-Instituts zu Kühlung und Verpackung von Lebensmitteln bei Liefer-Supermärkten ist das jedoch wohl teilweise noch ein Problem.

Preis

Der entspricht dem Preis, den ich auch im Supermarkt vor Ort erwarte.  Sonderangebote aus der Werbung sind ebenfalls auch online verfügbar.

Hinzu kommt die Liefergebühr zwischen knapp drei und sechs Euro, je nach gewünschtem Zeitfenster.

Ablauf und Lieferung bei Bringmeister und Rewe online

Produktsuche

Wenn du genau weißt, was du willst, kannst du die Produkte per Suchfunktion direkt eingeben. Wenn du dich lieber etwas „inspirieren lassen“ willst, kannst du auch die verschiedenen Rubriken durchklicken, wie Obst, Gemüse oder Käse. Ich stöbere immer wieder gerne, was es noch so gibt.

Besonders praktisch sind die Merklisten, mit denen du deine Standardprodukte besonders schnell im virtuellen Einkaufswagen hast.

Kauf und Bezahlung

Am Ende nochmal den Einkaufswageninhalt checken und dann für eine Zahlungsart entscheiden. Lässt sich zum Beispiel per Paypal erledigen, aber nicht nur.

Lieferzeitfenster

Für mich das wichtigste: ich muss mich darauf verlassen können, dass die Lebensmittel zum gewünschten Zeitpunkt kommen. Ich möchte ja nicht endlos zuhause gebunden sein, bis es mal klingelt. Sowohl Bringmeister als auch Rewe bieten als kleinstes Lieferzeitfenster „2 Stunden“ an. Das finde ich ausreichend.

Vor allem aber sind die Lieferzeitfenster auch relativ kurzfristig verfügbar. Wenn ich heute Abend feststelle, dass mein Kühlschrankinhalt stark zur Neige geht, will ich die Lieferung morgen Mittag haben. Bei Bringmeister kein Problem.

Bei Rewe hatte ich öfters die Erfahrung machen müssen, dass frühestens am übernächsten Tag oder teilweise erst noch später ein Lieferzeitfenster angeboten wurde. Da war ich dann ganz schnell wieder bei Bringmeister. Zuletzt klappte es auch bei Rewe mit der Lieferung am nächsten Tag. Ich hoffe, das bleibt dauerhaft so. Bisher wurden bei beiden die Lieferfenster auch immer eingehalten.

Fazit

Bequemlings-Wertung Liefer-Supermärkte
8.5 von 10
Relativer Zeitgewinn8.5
Bequemlichkeit und Genuss9
Preis-Leistungs-Verhältnis8

Die meisten Kochzutaten kommen bei mir mittlerweile ja im Abo von HelloFresh, inklusive den passenden Rezepten. Alle Standard-Produkte darüber hinaus bringt der Supermarkt-Lieferservice.

Die Zeitersparnis ist enorm. Auch Bedientheken-Ware wie geschnittene Wurst oder Käse ist bestellbar, ganz ohne warten zwischendurch und „dann bitte noch 200 Gramm von…“.

Allein schon die gesparte Zeit für den Weg vom und zum Supermarkt ist mir den moderaten Preis fürs Liefern von knapp 3 bis 6 EUR wert. Zumal ich mir im Gegenzug auch die Carsharing-Kosten für ein Auto beim Großeinkauf spare.

Ach ja: und kein Schleppen! Im Gegenteil: Freude an der Wohnungstür beim Anblick eines Fahrers, der eine vollgepackte Einkaufstüte nach der anderen abstellt – und dazu gerne noch drei große Packungen Toilettenpapier. Auch der Bequemlichkeitsgewinn ist also hervorragend.

Nur für besondere Käsespezialitäten oder hochwertiges Fleisch aus der Region gehe ich gerne noch in lokale Geschäfte. Das dann aber sehr entspannt, weil’s ja sonst nichts mehr nach Hause zu tragen gibt.

Ich glaube auch, dass es solche Einzelhandelsgeschäfte noch lange geben wird, wenn sie sich auf Nischen spezialisieren. Für die anderen wird’s eng – im Gegenzug profitiert natürlich mein Lieblingscafé, in das ich zum Einkaufen gehe, von mehr Umsatz beim Kaffee.

Welche Erfahrungen hast du mit Lebensmittel-Lieferdiensten gemacht und was sollten sie deiner Meinung nach noch besser machen?

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